Gemeinsam mit unseren Freunden in Odessa trauern wir um Wolf Dieter Schießl, der im Oktober 2025 verstarb. Er war viele Male zu Besuch in Odessa, hat den Verein Straßenkinder in Not e.V. mitgegründet und war sein langjähriger Vorsitzender. Die Arbeit mit sozial gefährdeten Kindern und Jugendlichen in Odessa war ihm bis zuletzt ein Herzensanliegen. Dies ist auch uns zu einem Herzensanliegen geworden, wir werden die Arbeit im Verein in seinem Sinne fortführen.
Das Engagement des Teams in Odessa ist unverändert groß und umfasst im Wesentlichen: drei Intensivwochen im Recreation Centre in den Karpaten im Sommer, übers Jahr Einzeltherapie, Gruppenangebote für Kinder und für Mütter, bedarfsweise Beratung und Begleitung der Familien nach den Intensivwochen in Odessa, bei Bedarf auch online. Der geschützte Rahmen der Therapie ist dabei enorm wichtig für Kinder und Mütter, denn in der Therapie lernen sie, wie sie mit der kriegsbedingten Belastung umgehen können, wie sie sich gegenseitig unterstützen können und ob sie weitere professionelle Hilfe brauchen.
Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Odessa sind jetzt im Winter und durch viele Raketenalarme und -angriffe sehr schwierig geworden. Häufig gibt es in der Folge Stromausfälle, kein Wasser und keine Heizung. Viele Familien verlassen nur ungern ihre Wohnung, wenn sie etwa keine Gelegenheit zur Körperhygiene hatten. Deshalb finden therapeutische Angebote zurzeit häufig online statt.
Wir sind dankbar, dass das Team diese Arbeit allen Widrigkeiten und auch persönlichen Gefährdungen zum Trotz weiterhin so engagiert durchführt.
